Samstag, 11. August 2018

Samstagsplausch #32/18...bei mir auf dem Sofa


Nachtgedanken...
Meine Nachtwachenwoche - bis Montag morgen habe ich eine ganze Woche Nachtwachen. 
In dieser Woche ist privat mit mir nicht viel los, da ich bis 15 Uhr schlafe und wieder ab 19 Uhr in die Federn krieche. Da bleiben an solchen Tagen knapp 4 Stunden effektive Zeit :0)

Wie Ihr ja wisst, bin ich Krankenschwester und befahre nachts die ganze Kommune, allein. Da kommen so alle möglichen Notfälle zustande, manchmal aber auch nur "kleine" Dinge, die aber nachts für ältere Leute problematisch sein können.

Allein der Gedanke wahrscheinlich, das man allein ist und keiner da der helfen kann...
Hier werden die Leute immer schneller aus den Krankenhäusern entlassen und alles wird letztendlich auf die Kommunen abgewalzt. Dadurch werden unsere Einsätze immer komplexer und komplizierter. Es gibt so gut wie nichts, was hier (nachts) nicht anfallen kann:
Begleitung Sterbender, Injektionen, Katheter legen, Wiederbelebung, Infusionen, künstliche Ernährung, Wundversorgung, akute Sachen wie Herzinfarkte, Schlaganfall, Stürze, Brüche 
und andere bedrohliche Situationen. 

Jetzt wird überlegt, was man uns noch so alles aufhalsen kann. Ab September kann der Notarzt aus der Zentrale bei mir anrufen und verlangen, das bestimmte Blutentnahmen gemacht werden müssen. Es wird dann ein mobiles Gerät geben, bei dem man gleich ein Ergebnis hat. 

So bleibt bald auch nachts immer weniger Zeit für das was eigentlich am Wichtigsten ist: nämlich in Ruhe für die Leute dazusein, ein offenes Ohr zu haben und Sicherheit zu vermitteln. Oft ist es ja schon so, das ich von einem Einsatz zum nächsten "fliege" und auch noch einen Teil feste Besuche auf meiner Liste stehen habe. Bevor die Leute hier beim Notarzt anrufen, klingelt oft bei mir das Telefon.  Ich muss dann entscheiden, was ich mache....

Dazu rufen oft die Pflegeheime durch mit verschiedenen Problemen, die das Personal nicht klären kann oder darf.  Dazu kommen weite Wege, unsere Kommune ist langgezogen, man braucht gut eine Stunde von einem zum anderen Ende.  Früher waren wir mal zwei Krankenschwestern, aber die Politik hat das eingespart.

Aber das ist sicher in Deutschland nicht anders, denke ich mal. 

Trotzdem habe ich heute nacht etwas Luft und trinke gerade eine Tasse Kaffee :0)
Und nerve Euch mit meinen Nachtgedanken zum Samstag!

Was ich noch sagen wollte: vielen Dank für die vielen tollen Kommentare in dieser Woche. Es waren auch viele neue Leser dabei und natürlich die bekannten Gesichter :0)

Ich wünsche Euch ein richtig entspanntes Wochenende, was immer Ihr auch vorhabt. Einige müssen bestimmt auch arbeiten...
Am Montag geht es hier mit meinem Gastblogger im August weiter, schaut doch einfach vorbei, ich freue mich!

verlinkt bei Andrea von "Karminrot"

Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

Kommentare:

  1. Liebe Ulrike,
    interessant, Deine Nachtgedanken. Und auch ich komme dabei ins Grübeln, was doch nachts alles so passiert, während ich ruhig im Bett liege.
    Ich wünsche Dir eine stressfreie Woche bis Montag, halte durch und sei lieb gegrüßt
    Nicole

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  2. Das stelle ich mir sehr snstrendegnd vor, Aber ich gestehe, ich glaube solche "mobieln" Krankenschwestern gibt es so hier in Deutschland nicht. Da musst du mal FRau Karminrot plaudern. Die ist auch Krankenschwester, aber in einem Krankenhaus.

    Gruß Marion

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  3. Hallo Ulrike,
    das ist ja ein spannendes System, das wir in Deutschland so nicht kennen. Entweder es ist nicht so schlimm, dann wartet man bis man morgens zum Hausarzt kann oder man kann in die Notaufnahme der Klinik fahren. Kann man sich nicht selbst helfen, dann kannst du 112 rufen und der Rettungswagen kommt raus. Krankenschwestern, die man nachts anrufen kann gibt es nicht. Ein interessantes System, aber ich kann gut nachvollziehen, dass das, was du leistet für einen Menschen zu viel Arbeit ist. Meinen größten Respekt davor!
    Hab trotzdem ein angenehmes Wochenende
    LG
    Yvonne

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  4. Oh je, das hört sich sehr stressig an, und dann Nachts, das ist nicht so meine Zeit.
    LG Angelika

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  5. Ich habe alle Achtung vor Menschen, die so etwas leisten. Danke euch allen. Grüße von Rela

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  6. liebe Ulrike
    oh da steht eine harte Woche an
    und wie ich so verfolge ist ja in Dänemark auch ein heißer Sommer
    dir wünshce ich eien ruhige Woche
    deine Werke alle zuvor wieder wunderbar

    Lg SilviA

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  7. Liebe Ulrike, das klingt sehr anstrengend und sehr verantwortungsvoll! Und immer noch mehr Aufgaben kommen dazu... Ein wenig erinnert mich das beschriebene System an die Gemeindeschwester aus meinen Kinderzeiten, die ersetzte quasi den Landarzt, wenn man zu weit abseits gewohnt hat. Ist eigentluch eine gute Sache, gehört aber besser unterstützt und anerkannt!
    Danke für die Beschreibung Deiner Arbeit und liebste Grüße von Katrin

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  8. Hallo liebe Ulrike, sehr interessant der letzte Beitrag. Durch Zufall bin ich auf Deinen Blog gekommen. Ich war mal Kinderkrankenschwester in einer Kinderklinik. Die Nachtwachen waren für mich immer ein Graus, weil sich mein Biorhythmus einfach nicht daran gewöhnen konnte.Schlechte Laune durch Schlafmangel und Konzentrationsstörungen sind da vorprogrammiert. Die ganze Familie war immer froh, wenn die Schicht vorbei war. Da ist zu Hause immer alles liegen geblieben.
    Ich bewundere alle, die das ein Arbeitsleben lang durchhalten, verurteile aber niemanden der es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr schafft.
    Mit Patchwork und Quilten schafft man sich einen superschönen Ausgleich.
    Viel Kraft im Job und noch mehr Spaß beim Hobby wünscht Rita

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  9. Deine Geschichte tönt nach einem Abbau der Gesundheitsversorgung. Ist ja übel. Welche Politiker wollen wir? LG von Regula

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  10. Deine Arbeit ist ja extrem verantwortungsvoll, ich bin wirklich überrascht. Da lastet ja einiges auf dir und du hast schwierige Situationen zu meistern. Bei uns wäre das in dieser Form wohl undenkbar.
    LG eSTe

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  11. Hallo,

    am Gesundheitssystem wird wohl überall gespart. Leidtragende sind Patienten und vor allem Schwestern und Ärzte. Du trägst da auch noch eine enorme Verantwortung. Ich bewundere Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten.
    Viele Grüße
    Fiene

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  12. Ich hätte mir das Gesundheitswesen in DK anders vorgestellt.
    Ist aber beinahe überall sehr ähnlich .
    Gut das es noch Schwestern wie Dich gibt .
    LG heidi

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  13. Liebe Ulrike,

    das hört sich sehr spannend an, für mich wären diese Nachtwachen ja nichts. Aber ich habe den höchsten Respekt vor deiner Arbeit.
    Ich habe mich erst letztens wieder über die Notaufnahme, die ich mit meiner Tochter besuchen musste geärgert. Bei uns wird überlegt ob man nicht eine Pauschale verlangen soll für fälle die nichts in der Notaufnahme zu suchen habe. Ich fände das klasse denn drei Stunden warten ist wirklich nicht lustig.

    Liebe Grüße deine Andrea :)

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  14. Liebe Ulrike, was für ein wertvoller und so wertvoller Beruf!!! Leider scheint das Gesundheitswesen nicht nur hier bei uns dringend einen Aufschwung zu benötigen!! Liebe Grüße und hoffentlich ruhige Nächte!!! Nicole

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  15. Halleluja Ulrike, da hast Du nachts aber allerhand um die Ohren und eine große Verantwortung. Hut ab, da kommst Du körperlich und auch nervlich bestimmt so manches Mal an Deine Grenzen... Nachtdienst ist nicht einfach.
    Mein Herr hummelellli arbeitet auch nur nachts, er schiebt die Nachtwache in 2 großen Hotels im größten Bäderort auf der Insel. Er rennt von Haus zu Haus weil immer irgendwo was klemmt... unglaublich was nachts so los ist... Ursprünglich war in jedem Hotel ein Night`i ... aber auch hier wird gesparrt, womit 2 gut beschäftigt waren machts nun einer im Dauerlauf.
    Morgens um 8h ist er zu Hause, gleich schlafen geht nicht, also gehts um etwa 9h/10h ins Bett, 16h/17h etwa wieder hoch und 21.30h Abfahrt zu Hause zum Dienst... Müde ist er immer. Sind wir irgendwo zu Besuch oder unterwegs und es wird langweilig, schläft er ein... auch im Kino, im Theater, immer.... und er schläft nicht leise ;)
    Er macht das schon gut 7 Jahre und Familie und Freunde haben sich daran gewöhnt.
    Aber so richtg gesund kann das mit dem Nachtdienst auch nicht sein...
    Genug geplaudert ;)
    Liebe Grüße von der Insel, Mandy

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  16. Ein Job für den du meinen höchsten Respekt genießt und um den dich sicher keiner beneidet.
    Meine Nichte macht schon seit Jahren ausschließlich Nachtdienste, damit sie tagsüber Zeit für die Kinder hat - wirklich sehr, sehr anstrengend und einschränkend sowas.
    Allerdings erscheint mir die Verantwortung der Krankenschwestern bei euch in DK doch extrem hoch.
    GLG Lehmi

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  17. Hallo Ulrike,
    Da lastet viel Verantwortung auf deinen Schultern... Du hast meinen ganzen Respekt...
    Lg Klaudia

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  18. Guten Morgen liebe Ulrike,
    oha, dass wusste ich gar nicht! Ich dachte immer du arbeitest als Nachtschwester in einem Krankenhaus, so wie es bei uns in Deutschland üblich ist. Na, da bist du ja ganz schon viel unterwegs und hat unendlich viel Verantwortung allein zu tragen. Mano Mann!! Große Bewunderung und auch ein bisschen Mitleid für all die schweren Fälle, die nachts auf dich zukommen. Fühl dich ganz lieb gedrückt von mir ❤️.

    Herzliche Grüße von Wangerooge,
    Annette

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    1. Und, lieben Dank für den herzlichen Kommentar bei mir. :-)

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  19. Das ist wirklich eine große Verantwortung und viel Arbeit. Vor allem ist diese Tätigkeit in der Nacht ja besonders belastend für einen selber. Anstatt da den Nachtkrankenschwestern noch mehr aufzuhalsen, wäre ja eine Entlastung eher nötig.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  20. Was für ein interessanter Einblick in das dänische Sozialsystem, liebe Ulrike. Ich bin ganz überrascht, dass Krankenschwestern die Notfallbetreuung übernehmen. Eine liebe Freundin von mir ist auch Krankenschwester. Intensivpflege. Sie hat gerne (meist nur) Nachtwache, am besten am Wochenende. Das wird gut bezahlt und die Kinder haben am Wochenende keine Schule. Dir einen lieben Gruß und eine vorfallsarme Woche. Herzlichst, Nicole

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  21. Und ich dachte, nur ich habe die A...Karte. Auch hier in Deutschland leidet die Pflege und die Entlassungen machen den Pflegediensten draußen wirklich viel arbeit. Die Gesundheitspolitik leidet und die Pflegenden, sehen den Zusammenbruch auf uns zu schliddern. Ungebremst, wird er einschlagen und dann hilft es auch nicht, wenn man vorher einen Arbeitskreis gebildet hat. Den schon lange ist es absehbar. Ich könnte mich jetzt ohne Ende ausko... Doch ich lese bei dir in Dänemark, ist es keinen Deut besser. Wann werden wir Pflegenden uns endlich auflehnen?
    Nachtwachen sind nicht meine liebsten Dienste, vor allem nicht, wenn es 38° in den Zimmern hat und keine Abkühlung in Sicht ist.
    Halte dich wacker
    Andrea

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  22. Ich hoffe für dich auf wenige Notfälle und das du das tun darfst, was dir am meisten am Herzen liegt. Hab gute Nerven und gib auf dich acht! LG Ingrid

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  23. ui, das ist wirklich stressig und sehr verantwortungsvoll.
    Ich hoffe, du hast deine Nachtwache gut absolviert.
    Winkegrüße Lari

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Ich freue mich über jeden Beitrag, also nur los :0)....
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