Donnerstag, 26. August 2021

DIY - Stempel schnitzen - so wird´s gemacht!

***Kooperation mit Dictum***

Heute geht es endlich ans Praktische!
Ich zeige Euch Schritt für Schritt, wie ein Stempel entsteht - oder Druckstock wie es im grafischen Bereich heisst.
Ich hatte mir ein passendes Projekt für das Stempel Schnitzen überlegt und habe als Motiv die Pfeil Schnitzmesser genommen.

Materialien und Werkzeuge:

# Stempelgummiplatte, z.B. Softcut
# Bleistift H oder Hb
# Washi Tape oder Malerkrepp z. fixieren
# Transparentpapier/Butterbrotpapier
# schwarzer, feiner Permanentmarker
# Linolschnittmesser/Set
# evt. feines Pfeil Schnittmesser 12/1 oder 11/1
# Glasplatte/Plexiglas oder glatte Fläche zum ausrollen der Farbe
# Farbwalze
# Baren oder Holzlöffel


1. Zuerst einmal braucht Ihr ein Motiv, also eine Vorlage für den Stempel.
Ich habe mir drei Pfeil- Tools aufgemalt.


2. Das Motiv wird auf Transparentpapier übertragen, damit man es später auf das Stempelgummi transferieren kann. 

Tipp:Ihr könnt auch das Motiv direkt auf das Stempelgummi aufzeichnen oder Butterbrotpapier verwenden. Man muss nur bei Schriften und Zeichen beachten, das diese spiegelverkehrt aufgezeichnet werden müssen!


Hier ist es wichtig, das Ihr das Blatt Transparentpapier gut auf der Vorlage fixiert, damit nichts verrutscht. Einfach mit etwas Tesafilm oder Krepp festkleben.
Anschließend mit einem Bleistift H oder HB abzeichnen. Achtung! wenn Ihr Schriftzeichen oder Zahlen habt, dann müssen diese spiegelverkehrt aufgemalt werden!
Darauf achten, das man die Linien regelmäßig überträgt, nicht zu viel absetzen.


3. Ihr schneidet das Transparentpapier auf die gewünschte Größe zu


4. Das benötigte  Stempelgummi evt. mit einem Cutter zuschneiden


5. Das Transparentpapier mit dem Motiv nach unten auf der Stempelplatte gut fixieren, damit nichts beim Übertragen verrutschen kann


6. Ich reibe das Motiv vorsichtig mit einem Falzbeitel ab, einfach über alle Linien mit leichtem Druck nachfahren. Dadurch überträgt sich das Motiv auf die Stempelplatte.


7. So sollte das Ganze dann aussehen.
 Achtung: Bei sehr weichen Bleistiften kann alles verschmieren!


Das Transparentpapier und Klebereste entfernen, bevor es weitergeht.


8. Alle Linien mit einem feinen Permanentmarker nachzeichnen, sonst kann es passieren, das die Linien während des Schnitzvorgangs verblassen, verwischen und undeutlich werden.


9. Mit dem Konturenmesser oder einem Cuttermesser die äusseren Umrisse vorsichtig nachfahren. 
Achtung:  Wenn man weiches Gummi nimmt, sollte man eher von innen an die dünnen Linien gehen, so dass sich das Material nicht nach außen dehnt.


Anschliessend mit einem feineren Messer die Umrisse schneiden, so kann nichts ausbrechen, wenn man am Arbeiten ist.


Wenn Ihr soweit seid, geht es mit dem Inneren des Stempels weiter.
Nina hat das schon ganz richtig angemerkt: Beim Schnitzen ist es wichtig , das man die Platte also das Gummi dreht. So kann man Rundungen und Kurven super schneiden ohne sich verrenken zu müssen. 


10. Nun werden alle feinen Details ausgearbeitet. Die dunklen Linien bleiben stehen und alles was hell ist, wird weggeschnitzt. Hier muss man sich richtig konzentrieren und sorgfältig arbeiten. Denn was weg ist, ist weg :0)
Hier kann man prima mit den feinen Pfeil -Tools arbeiten, ich nehme gerne das 12/1 oder 11/0,5 er Eisen. Für die Flächen kann man prima die breiteren U- Messer nehmen. 

Wichtig ist, das man das Werkzeug im flachen Winkel ansetzt, damit es sich nicht in das Gummi frisst. Wenn es zu flach ist, rutscht es von der Oberfläche ab, man muss also mit viel Gefühl an die Sache gehen. 


Um einen sauberen Hintergrund zu bekommen, muss man alle Bereiche zum Schluss entfernen, die nicht gedruckt werden sollen.
Dafür schneide ich erstmal das überstehende Gummi mit einem Cutter ab.


11. Anschliessend werden die äusseren Bereiche mit einem breiten U- Schnittmesser sorgfältig entfernt. Die Bereiche zwischen den Motiven nennt man den negativen Raum in der Bildgestaltung. Man muss höllisch aufpassen, 
das man die feinen Linien des Motivs nicht anschneidet.
Tipp: Immer vom Motiv und vom Körper wegarbeiten! Auf die Finger aufpassen.


So sieht der fertige Stempel aus, nur die schwarzen Konturen 
sollen auf dem Papier erscheinen.

12. Etwas Farbe auf die Glasplatte auftragen, mit der Rolle verteilen. Auswalzen, bis die Farbe gut verteilt ist, aber nicht breiter als die Farbrolle!

13. Die Stempelplatte regelmässig einfärben, dann ein Blatt Papier drauflegen und mit dem Baren oder den Fingern vorsichtig anreiben. Das Blatt abziehen und zum Trocknen aufhängen oder legen.


Man kann natürlich auch mit Stoffmalfarben auf Stoff drucken.

Materialempfehlungen:

Stempelgummiplatte, z.B. Softcut
# Linolschnittmesser/Set, z.B. Power Grip, 5 tlg.
# evt. feines Pfeil Schnittmesser 12/1 oder 11/1
alles von der Firma Dictum

**** die Firma Dictum hat mir für diese Projekt verschiedene Werkzeuge und Materialien, sowie Druckfarben zur Verfügung gestellt. Das beeinflusst in keinster Weise meine Meinung über diese Produkte. Ich versuche ganz objektiv über alles zu berichten und meine ehrliche Meinung hier zu äussern. Nochmal herzlichen Dank für die Kooperation und das ich die Materialien ausprobieren durfte.****

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CreativsalatNähfrosch- du für dich am Donnerstag, Froh und kreativ,  Freutag, 

Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

16 Kommentare:

  1. Liebe Ulrike,
    das sind gefühlt über tausend Striche an den Griffen!!!!! Das hast du großartig hinbekommen;0) Herzlichst Kirsten

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    1. Dankeschön, Kirsten! Das Endergebnis finde ich auch sehr schön, Dienstag zeige ich was daraus geworden ist :0) Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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  2. Liebe Ulrike!
    Deine Anleitung ist wunderbar! Danke dir! Der Tipp, die Ausenlinien erst zu umfahren und dann los zulegen, ist sicherlich Gold wert. Das hatte ich früher nicht gemacht.
    LG Rike

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    1. hej Rike,
      ganz lieben Dank :0) Nina hat da noch mal was ergänzt, schau doch mal...Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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  3. Guten Morgen
    Fleißig bist Du wirklich gewesen und ein cooles Motiv gewählt!
    Ich habe übrigens früher oft meinen Daumennagelrücken (sagt man das so?) das Bleistift gezeichnete übertragen :)
    Wenn man weiches Gummi nimmt, sollte man eher von innen an die dünnen Linien gehen, so dass sich das Material nicht nach außen dehnt. Aber auf verschiedene Platten gehst Du sicher noch mal ein. Bei mir verwischt der Bleistift nie, aber durchaus eine Hilfe, das Nachzeichnen. Wenn man fast fertig ist, ist ein Stempelkissen übrigens sehr praktisch, da man damit sozusagen sieht, was weggeschnitzt ist und was nicht auf der Druckplatte bzw dem Probedruck.
    Wenn man schnitzte, kann man nicht nur sein Messer bewegen, sondern auch die Platte darunter, manchmal ist das für Rundungen viel einfacher.
    Hm
    Mehr fällt mir gerade nicht ein. Du hast es super beschrieben
    Weiterhin so viel Spaß und ganz liebe Grüße
    Nina

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    1. hej Nina,
      hab das gerade noch im Text hinzugefügt, die Platte drehen ist ja enorm wichtig :0) Dankeschön! sehr schöne Tipps, du bist eben hier schon echt ein Profi! ganz lieben Dank! Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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  4. Liebe Ulrike, vielen Dank für Deine praktische Anleitung. Irgendwie würde es mich schon interessieren. Ich behalte es im Hinterkopf, im Moment, ganz aktuell hat mich das Puppenmachen in seinen Bann gezogen und es tut mir sooo gut!
    Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Stempel-Schnitzen - sei lieb gegrüßt von Lene

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    1. liebe Lene,
      mach das mal, denn es gibt ja auch ganz einfache Motive oder Muster, die viel hermachen. Ich werde das mal die nächste Zeit im Blog zeigen. Es muss ja nicht immer gleich kompliziert sein :0) Deine Puppen sind auch ganz klasse! Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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  5. Hallo Du Liebe, das sieht großartig aus und ich bin immer hibbeliger es selbst auszuprobieren....
    Ganz liebe Grüße an Dich von Katrin, die das Buch übrigens aus der Bib leihen konnte ;-)

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  6. Danke für die ausführliche Anleitung. Der Winter kommt, da kann ich das mal aufs Programm nehmen. Du kannst einfach alles, oder?
    Ganz liebe Grüße,
    Magdalena

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  7. Liebe Ulrike,
    Wahnsinn. Wie fein hier gearbeitet wird. Linoldruck kenne ich noch aus der Schule. Aber das hier ist Kunst.
    Danke für die gute Beschreibung.
    Liebe Grüße, Marita

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  8. Wunderbar erklärt und gezeigt. Besten Dank dafür. Ich habe gerade im Keller gesucht, aber meine Messer sind leider nicht mehr da. Ich hätte ja Lust. Das sieht alles so einladend aus. Und ich muss alles immer einmal probiert haben. Mal schauen, wie ich mich entscheide. Ich warte erstmal auf den Post mit
    " Drucken auf Stoff". Lg von Rela

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  9. Hallo Ulrike,
    was für eine tolle Beschreibung! Und wie fein du gearbeitet hast, ich muss das unbedingt auch nochmal probieren.
    Liebe Grüße zu Dir
    Manu

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  10. Liebe Ulrike,
    die ganze Woche lese ich begeistert deine Serie und komme doch erst heute zum kommentieren. Ich glaube das hier noch ein kleines Schnitzmesser gebraucht wird.... Deine Stempel sehen klasse aus. Das Buch hört sich auch super an. 😁

    Viele liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea 🍀

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  11. Deine Stempel sind echt cool geworden . ich bin wirklich gespannt was Du noch für welche zauberst :))
    LG heidi

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  12. Vielen Dank liebe Ulrike,für Deine ausführlichen Beschreibungen zum Schnitzen. Vor kurzer Zeit probierte ich meine ersten Stempel und war nicht sehr glücklich mit den Ergebnissen.
    Jetzt werde ich Deine Tipps beherzigen und es noch mal probieren.
    Viele liebe Grüße Anke

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Ich freue mich über jeden Beitrag, also nur los :0)....
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